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Blogempfehlung für alle Transsibreisenden und die, die es noch werden wollen

Auf seiner Website: http://www.transsib-tipps.de/ hat Jonas nach seiner Rückkehr viele Informationen rund um die Reise mit der Transsib zusammengestellt und ich finde es ist eine der umfangreichsten Sammlungen die es auf deutsch im Netz gibt. Im Vorfeld unserer Reise haben wir dort viele Infos und nützliche Tipps gefunden.

Wir finden: empfehlenswert.

Ausstattung der Abteile der Transsibirischen Eisenbahn

Das ist jetzt vermutlich nur für Transsibreisende und solche die es noch werden wollen interessant.

Ich hatte es ja schon seit einiger Zeit auf der Seite versprochen jetzt sind sie online, die Videos und Bilder zu den einzelnen Zügen in der Transsib. Auf der Seite hier findet ihr einen Vergleich aller Züge in denen wir ab Frankfurt waren und die dazu gehörige Featureliste. Also sehr her:

So ist die Ausstattung der Züge in der Transsibirischen Eisenbahn

Prepaid SIM und Datentarif fürs iPhone in Russland

Jeder der mit seiner deutschen SIM Karte schon mal im Ausland war, wird wissen, dass dieses Roaming sehr teuer werden kann. Während sich die Kosten bei Telefonaten noch in Grenzen halten, kann man bei bei Datenverbindungen schnell in die Insolvenz rutschen. Ich hab mal vor Jahren in 5 Tagen New York fast 1.000 EUR für Internetnutzung bezahlt. Zwar haben sich die Kosten seit dem schon etwas nach unten bewegt, aber günstig ist es noch immer nicht. Bei Vodafone gibt es inzwischen ein sogenanntes “ReisePaket Data”. Innerhalb der EU ist das mit 7 EUR für 50MB noch einigermaßen akzeptabel, aber außerhalb der EU kosten 10MB immer noch stolze 30 EUR. Und 10MB sind weg, wenn man ein paar mal in Google Maps nach dem Weg sucht.

Deswegen ist das erste was ich bei längeren Auslandsaufenthalten mache, eine lokale SIM Karte zu besorgen. In Russland ist das allerdings nicht ganz so einfach. Zum einen weil hier fast niemand englisch spricht und zum anderen weil in Russland alles ein bisschen anders funktioniert. Auch der Mobilfunk:

Erstens, hier gibt es so gut wie keine Postpaid Verträge, sondern alles funktioniert nach dem Prepaid Verfahren, d.h. man muss immer für entsprechendes Guthaben auf seiner Karte sorgen. Das ist für uns Touristen aber natürlich eher von Vorteil. Das Aufladen funktioniert aber nicht über die Kreditkarte oder einen Operator, sondern an speziellen Automaten, die allerdings im ganzen Land in Supermärkten, Bahnhöfen und anderen öffentlichen Orten stehen und ein bisschen an Geldautomaten erinnern. Dort kann man neben dem Aufladen des Telefonguthabens sogar seine Stromrechnung und andere Dienstleister bezahlen. Man wählt zuerst aus, dass man ein Telefonguthaben einzahlen will, drückt dann auf seinen Provider, gibt seine Telefonnummer ein und schiebt dann die gewünschte Summe cash in den Schlitz. Fertig. Wenn man Glück hat, findet man auch einen Geldautomaten, der eine Aufladefunktion hat. Dann spart man sich den Umweg über die Banknoten.

Zweitens, in Russland gibt es auch im Landesinneren Roaming. Wenn man seinen Vertrag in Moskau abschließt, gelten dort die angebotenen Tarife. Sobald man den Bezirk (Oblast) verlässt, ist man im Roaming Modus und zahlt entsprechend mehr. Auch das in Moskau abgeschlossene Datenpaket gilt dann nicht mehr. Man braucht entweder ein neues oder bezahlt eine extra Option, damit das Datenvolumen in ganz Russland Gültigkeit hat.

Die großen russischen Provider nennen sich MTC (MTS)Мегафон (MegaFon) oder Беелине (Beeline). Nur MTS hat eine englische Website, aber die Tarifinfos dort waren hoffnungslos veraltet, also ist es am besten sich den russischen Sites mit Google Translator zu nähern. Das geht erstaunlich gut und ich habe sogar das Kleingedruckte einigermaßen verstanden. Laut meinen Infos aus dem Netz sollen MTS und MegaFon die beiden großen Provider zu sein und sich in der Netzabdeckung kaum unterscheiden. Wir haben MegaFon genommen, aber nur weil wir an deren Laden als erstes vorbeigekommen sind. Auch wenn die Verständigung auf englisch ein bisschen kompliziert war, hat uns die Dame dort sehr gut beraten. 

Beim Telefontarif haben wir uns für Тёплый приём (Ein herzliches Willkommen) entschieden. Der kostet einmalig 200 Rubel, die man dann aber als Guthaben auf der Karte hat und keine monatlich Grundgebühr. Die Minute nach Russland kostet 3,5R (0,1 EUR), bzw. nach Europa 30R (0,98 EUR).

Für das mobile Internet gibt es wiederum verschiedene Pakete, die aber alle nur in der Heimatregion, also in unserem Fall in Moskau gelten. Da haben wir ein Paket Практичный безлимитный Интернет (Praktisch unbegrenztes Internet) mit 2,5GB zu 500 Rubel (12,50 EUR) genommen. Und schlussendlich braucht man noch eine ein Paket für Traffic ausserhalb von Moskau:  Гигабайт в дорогу (GB auf der Strasse), kostet 300 Rubel (7,5 EUR) und bietet 1GB Traffic im Roaming Modus. Zusammen sind das 1.000 Rubel, also gerade mal 24 EUR, von denen jeden Tag 1/30 vom vorhandenen Guthaben abgebucht wird. Das kann man übrigens mit *100# jederzeit checken und wie beschrieben am Einzahlungsautomat aufladen. Wir haben da noch einmal 1.000 Rubel nachgelegt und da hat komplett ausgereicht. Als iPhone Inhaber braucht man natürlich eine MicroSIM, aber auch das war keinerlei Problem. Man muss es nur rechtzeitig sagen.

Insgesamt sind wir mit unserer Wahl sehr zufrieden und die Netzabdeckung ist wirklich bewundernswert. Wir hatten während aller Zugfahrten bis auf wenige Ausnahmen, zumindest EDGE und sobald man durch bewohntes Gebiet fährt auch meistens 3G. Das ist bei der Größe des Landes und der dünnen Besiedelung schon sehr respektabel.

Transsibirische Eisenbahn “Zug Nr. 4″ Irkutsk – Ulan Baator

Von Irkutsk aus ging es zum ersten Mal in einen chinesischen Zug. Auf der transmongolischen Strecke von Irkutsk über Ulan Ude nach Ulan Baator in die Hauptstadt der Mongolei. Wir hatten wieder ein Zweierabteil in der 1. Klasse. Die ist so, wie man sich das alles vorstellt: alles dunkel, viel Holz aber schon etwas abgegriffen. Die Ausstattung unseres Abteils:

  • zwei Betten übereinander und einen Sitz für eine Person gegenüber
  • eine Waschkabine, die man sich mit dem Abteil nebenan teilt, mit einem Waschbecken und einer Dusche, die aber mangels Wasserdruck niemand im ganzen Zug ausprobiert hat
  • Steckdose unter dem Tisch
  • 3 Leselämpchen
  • Bettwäsche, aber zum ersten mal keine Handtücher
  • ausnahmslos chinesische, männliche Zugbegleiter, die aber im Gegensatz zu ihren russischen Kollegen auch etwas englisch sprechen können.
  • Zwei etwas ältere Toiletten bei denen das Spülgut durch ein Roh direkt auf die Gleise fällt

Mit diesem Zug haben wir auch die Grenze passiert. Die Ausreise aus Russland hat ganz schön lange gedauert und zusammen mit der Einreise in die Mongolei, sind wir mehr als 5 Stunden nur am Bahnsteig gestanden.

Tag 22-25: Die Mongolei lacht uns an! Wir sind skeptisch.

Über die Mongolei wussten wir nicht viel außer dass es hier Dschingis Khan gab, der ein Hey Reiter Ho Reiter war und seinen Krug in einem Zug leeren konnte, aber ehrlicherweise hatten wir nicht die größten Erwartungen an den Zwischenstop. Umso überraschter waren wir nach 3 Wochen Russland als uns unser Guide mit einem “Mrs. Hein” Schild freundlich LÄCHELND am Bahnsteig empfangen hat, als er dann nach meinem Rucksack griff um ihn zum Auto zu tragen war ich mir eigentlich sicher: den und sein Schild sehe ich nie wieder. War aber nicht so. Tselmeg spricht fleßend deutsch, er sagt leicht sächsisch und hat seine Jugendzeit in Dresden verbracht. Somit war das mit dem mongolisch auch geregelt. Er und unser Fahrer Gamba brachten uns dann nach einem Besuch im Tempel auch gleich in das 300 km entfernte Jurtencamp Khogno Khan. Für die Strecke haben wir ca. 6 Stunden gebraucht denn die Strassen sind sehr sehr schlecht und die Schafe und Pferde haben Vorfahrt. Landschaftlich ist es hier wirklich wunderschön und wir haben jetzt schon beschlossen, dass unsere nächste Campertour auf jeden Fall in der Mongolei sein wird. In unserem Zeltlager gab es zwar kein Strom, aber einen Holzofen und zwei richtige Betten.Im Prinzip ist es wie ein kleines Gartenhaus nur eben rund und mit Filz an den Wänden und einem Loch im Dach, damit der Rauch abziehen kann. Der Ofen wird vom fachkundigen Mongolen vor dem ins Bettgehen auf ca. 50C aufgeheizt (wirklich!, wir lagen starr wie in der Biosauna auf unseren Pritschen und konnten kaum atmen oder uns bewegen) und kühlt dann innerhalb von 2-3 Stunden langsam ab. So – und entweder man wird wach uns schürt etwas nach, oder man friert eben bis morgens um 7, denn dann kommt er wieder und schürt erneut ein. Die ersten beiden Tage in Ulan Bator und im Jurtencamp hatten wir ca. 20-25 C T-Shirtwetter am dritten Tag hat es dann angefangen zu schneien und zwar so, dass er liegen bliebt. Gott sei Dank waren wir dieses Mal in einem wirklich tollen Appartement untergebracht denn von den letzten beiden Tagen in Ulan Bator hatte ich leider nur den Anreisetag. Am zweiten Morgen hatte ich meine erste Lebensmittelvergifting (das klingt irgendwie dramatischer als Magen Darm Ding) mit allem was dazugehört plus 38,7 C Fieber. Irgendwie bin ich nicht die robusteste aktuell. Aber nach exakt 24 Stunden war alles vorbei, als wäre nie was gewesen. Julian steckt bisher alles ganz gut weg.

Generell empfand ich das kulinarische Angebot nicht ganz so super, es gibt extrem viel Schaf oder Hammel (nicht das leckere Lamm) und ich zitiere unsere Guides “alles am Tier wird verwertet” prinzipiell sicherlich richtig aber nix für mich. Apropos Tier: am letzten Morgen im Camp lag ein Pferdebein samt Huf vor den Bädern liegen, den hatte vermutlich ein Hund angeschleppt. Da denkt man dann doch nochmal kurz an das “Schaf” vom Vorabend.

Julian ist da wirklich deutlich entspannter und auch mutiger: bei unserem Besuch bei einer Nomadenfamilie gab vergorene Stutenmilch (Airag) – Schmeckt meiner Meinung nach so “interessant” dass ich es nicht mal aus Höflichkeit runter bekommen habe; eine Mischung aus Sekt, Selters (das salzige) und einem Stück Camanbert und dann schön mit dem Zauberstab verquirlt. 

Unser Mongolei Fazit: Mongolei heißt Mongolei und nicht Mongolien, es ist ein wunderschönes Land und auf jeden Fall eine Reise wert, denn an Freundlichkeit und “cool schau Mal” Effekten war es bisher kaum zu toppen. Nur würde ich beim nächsten Mal vorgeben Veggie zu sein und DAS soll was heißen :-) Mongolia – we like!

Kaffeetrinken in Ulaanbaatar

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Grüße aus Mongolia!!

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Mongolian Home Owners

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Russian-Mongolian Border

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Tag 14-18: Irkutsk, Baikalsee und die Russendisko

Mit Wodka betrinken: erledigt  √ 

In Irkutsk angekommen wurden wir erstmal zu unserer Gastfamilie gebracht die wir liebevoll die Shreks nannten. Tanja sprach sehr gut englisch, ihr Mann sprach gar nicht, zumindest nicht mit uns. Unser Zimmer war sehr sehr kalt und wir hatten wieder ein Laken und eine Kratzdecke als Zudeck. Nachts hat uns dann Tanja die Heizung angemacht, die zwar nicht warm aber sehr laut war. Daran gewöhnt hat es uns dann aber gar nicht so viel ausgemacht.

Irkutsk ist überraschend schön. Die Stadt hat 600.000 Einwohner und davon 100.000 Studenten. Entsprechend jung und lebendig ist es hier. Wir hatten initial nur den Anreisetag, also ca. 6 Stunden und sind nach einer 3 Stunden Stadtführung im Bierhaus eingekehrt wo wir dann mit einem Hofbräu aufs Oktoberfest angestoßen haben. Der Hauptgrund für die Location war aber, dass wir ziemlich lange nach einem Cafe gesucht haben mit Wifi – dort gab es eins.

Am nächsten Morgen ging es dann nach Listwjanka zum Baikalsee. Der macht wirklich was her und ist wunderschön. Unsere Hütte hätte auch nicht idyllischer liegen können, oben am Hügel und mit tollem Blick über den See. Hier war der Plan, dass wir am nächsten Morgen nach Bolschije Koty (Einwohnerzahl: 60) mit dem Boot übersetzen – eine Dörfchen auf der anderen Uferseite dass nur auf dem Wasserweg erreichbar ist- dort sollten wir dann zwei Tage bleiben. Diesen Plan haben wir jedoch verworfen und sind zurück nach Irkutsk und nun auch nicht mehr bei unserer Familie sondern im Hotel. Zwei Tage seine Ruhe haben und sich nicht im nassen Badezimmer anziehen müssen ist auch mal schön, außerdem gingen uns die Unterhosen aus und wir mussten dringend waschen. Am Abend vor der Rückreise nach Irkutsk, also noch in Listwjanka, haben wir dann noch zufällig Jill und Max aus  Schottland und Frankreich getroffen (wir hatten sie bereits im Zug kennen gelernt) und der Abend endete nach ganz viel Bier und Wodka in der Russendisko. Vielleicht war es aber auch eine Hochzeit, Geburtstag oder sowas, das lässt sich nun beim besten Willen nicht mehr rekonstruieren. Nach der ausgelassenen Feier (und dem ein oder anderem Gläschen) war dann der eigentlich 15 Minuten lange Aufstieg zu unserer idyllischen Hütte, weit oben am Hügel dann nicht mehr so idyllisch und hat “aus Gründen” 30 Minuten gedauert. Fix und fertig sind wir dann in unsere Betten gefallen und kurieren uns nun ein bisschen aus. Heute Nacht geht es dann auch schon weiter in der Transsib in die Mongolei wo ich definitiv kein Kumys bzw. Airag (vergorene Stutenmilch) trinken werde.