Von Xi’an aus sind wir direkt nach Hong Kong weitergeflogen. Gerade noch rechtzeitig, denn einen Tag später wäre unser Visum für China abgelaufen. Der Kontrast könnte fast nicht größer sein. Xi’an ist mit 4 Millionen Einwohnern quasi eine chinesische Kleinstadt in der wie fast in ganz China um 22 Uhr die Gehsteige hochgeklappt werden, während es in Hong Kong mit seinen gerade mal 3 Millionen Einwohnern mehr, 24 Stunden am Tag zu brodeln scheint. Natürlich ist es hier auch bedeutend wärmer, wenn man nicht gerade in einem klimatisierten Einkaufscenter friert, und vor allem wesentlich zivilisierter. Man wird herzlich empfangen und all das was die Chinesen sonst so verrücktes machen, findet hier praktisch nicht statt: niemand spuckt auf den Boden, keiner rempelt oder drängt und als Langnase fällt man gar nicht auf. Auch sonst spürt man, dass die Stadt auf Touristen eingestellt ist und diese auch gerne um bei sich hat. Alles ist wirklich idiotensicher beschildert und jeder (inkl. Klofrau) begrüßt einen freundlich manchmal sogar mit einem “welcome”. Angeblich leben hier mehr als 700.00 Westler und wahrscheinlich sind gerade noch einmal genau so viele Touristen da. Aber das beste ist: hier spricht (oder zumindest versteht) fast jeder englisch. Dadurch bekommt man beim Essen meistens sogar das was man will oder kann nach dem Weg fragen. Luxus!
Wie meistens in Großstädten haben wir am ersten Tag eine Hop On Hop Off Tour gemacht um uns einen Überblick zu verschaffen. Zuerst in Kowloon, dass ist die Seite auf dem Festland, wo auch unser Hotel lag und dann auf Hong Kong Island. Das ist die Insel, auf der die meisten Wolkenkratzer stehen und das eigentliche (Finanz-)Zentrum von Hong Kong ist. Den Abend haben wir dann gleich noch mit einer Hafenrundfahrt per Schiff (und einem kleinen Burger) abgerundet. Am nächsten Tag gab es dann noch eine weitere Bustour, diesmal durch das Hinterland von Hong Kong Island. Den nächsten Tag haben wir dann getrennt in Hong Kong, hauptsächlich mit Bummeln und ein bisschen Einkaufen verbracht. Das macht aber keinen wirklichen Spass, wenn man nichts mehr einpacken kann.
Wie schon erwähnt haben wir hier auch noch schnell ein neues Visum für China besorgt, weil wir vielleicht nochmal zurück wollen. Das war mehr als unkompliziert und nach 6 Stunden und 40 EUR war der Spaß vorbei. Für alle Hong Kong Reisenden: wir diese Agentur besonders empfehlen…und nein, wir haben uns nicht aufgrund der professionellen Webseite für sie entschieden:-) Aber das waren die mit den meisten Empfehlungen.
Am letzten Tag sind wir dann noch auf den Victoria Peak, den höchsten Berg auf Hong Kong Island. Von oben hat man eine herrliche Aussicht auf die Insel selbst und das gegenüberliegende Festland. Hinauf fährt eine Mischung aus Straßenbahn und Cable Car und zwar teilweise fast im 45 Grad Winkel. Oben befindet sich dann eine Aussichtsplattform, für die man allerdings noch einmal 30 HKD hinlegen muss. Im Gegensatz zu Amerika, wo ja das Prinzip “Exit Through The Gift Shop” gilt, ist es hier genau umgekehrt. In China und auch in Hong Kong, kommt man gar nicht erst rein, bevor man nicht die Auslagen sichtet. Hier auf dem Victoria Peak muss man sich sogar durch eine mehrstöckige Shopping Mall hindurch arbeiten. Bis auf zwei klitzekleine Sonnenbrillen haben wir allen Versuchungen auch tapfer widerstanden und diese mussten wir kaufen, um die Fakes aus Shanghai wieder gut zu machen. You know…Karma.
An unserem letzten Abend wurden wir sogar von einem buddhistischen Mönch gesegnet. Einfach so, auf der Strasse. Der wollte nur eine winzige Spende haben; danach wollte er uns dann zwei Anhänger (gegen weitere Unkostenerstattung) schenken. Karo meint zwar ich habe mich da von einem Fake-Mönch verarschen lassen (einer der ältesten Tricks der sogar explizit im Führer stehe – meint sie) aber mein Karma dankt es und der hat schon einen sehr echten Eindruck gemacht. Nur bei seiner Kippe danach war ich dann doch etwas skeptisch.
Da unser Weiterflug nach Seoul schon gebucht war, mussten wir am nächsten Tag weiterfliegen. Aber Hong Kong hat uns beiden so gut gefallen, dass wir sicher noch einmal vorbeischauen werden.




